Bio LK:

Heute habe ich mich gefragt, ob sich nicht erneut Menschen entwickeln würden.

Im Museum für Völkerkunde überlegte ich mir: Klar, Menschen sind ja nicht so geworden, weil plötzlich jemand gesagt hat: »Darwin Du kannst mich, ich mach’ jetzt, was ich will!« Es hat sich so entwickelt, weil wir eben die Stärksten waren. Und der Stärkste überlebt, ganz einfach. Problematisch ist nur, dass wir mittlerweile so stark geworden ist, dass wir nicht mehr wissen wohin, mit der ganzen Stärke, also richten wir sie gegen uns selbst – und so fahren, laufen und fliegen wir über das Angesicht der Erde und zerstören uns munter gegenseitig.

Jetzt die Frage: Wenn endlich alle Menschen tot sind, verschwunden, ausgelöscht – würde es denn dann nicht wieder von vorne anfangen, wenn nur genug Zeit vergeht? Sorgt nicht das Prinzip der Evolution dafür, dass sich erneut Menschen entwickeln?

Wir sind perfekt angepasst: Wenn es zu kalt ist, nähen wir wärmende Kleidung. Ist es zu heiß, bauen wir Klimaanlagen. Gefährdet ein Raubtier unsere Existenz, töten wir es mit Waffen. Geht die Nahrung zur Neige, bauen wir mehr Nahrung an. Und wenn wir unsere Umgebung unwiederbringlich vernichtet haben, beenden wir durch genügend Massenvernichtungswaffen unsere eigene Herrschaft, um der Welt den Neustart zu ermöglichen.

Welches andere Geschöpf kann da mithalten?

Ich stelle mir vor, dass sich das Klima über einen längeren Zeitraum, also mehrere 100.000 Jahre, nicht sonderlich stark verändert, so dass keine grundsätzlich anderen Bedingungen dafür sorgen, dass es in der Zukunft nur noch Ameisen gibt.

Dienstag, 24. März 2009

Michael (Gast) - 24. Mär, 14:26

»Sie waren lustig, diese Menschen ...«

Vor ca. 30 Jahren hat ein Österreicher diese Frage für uns erläutert und mit Musik unterlegt.
https://www.youtube.com/watch?v=nMFkqsBfK8Y

Für den typografisch unerschrockenen Menschen gibt es auch noch eine andere Version:
https://www.youtube.com/watch?v=WEwqi3Q8s2A

marko (Gast) - 24. Mär, 14:47

Spannendes Thema!

@ Michael: Kein Außerirdischer, der mit Raumschiffen durchs All fliegen kann, wird einen Zeichentrickfilm mit einer realen Aufnahme verwechseln. Selbst Menschen, unterstelle ich mal, würden es raffen, wenn sie auf einen fremden Planeten kämen und das dortige Micky-Maus-Äquivalent fänden. Irgendwie erschreckend, für wie doof dieser Ludwig Hirsch a) mögliche Außerirdische und b) Konsumenten seines Textes hält.

Zur Hauptfrage: Natürlich würde die Evolution erneut greifen, sie muß es nur nicht zwangsläufig beim Menschen machen. Eine Ameisen-Evolution würde keine riesigen, intelligenten Ameisen zur Folge haben, sondern auch aus Ameisen würden sich Wesen entwickeln, die an den Lebensraum angepasst sind. Vermutlich würde sich aufrechter Gang, Sinnesorgane im Gesicht, eine akkustische Verständigung und zweigeschlechtliche Vermehrung erneut entwickeln. Das evolutionäre "Ergebnis" würde letzendlich nicht exakt so aussehen wie das Ergebnis "Mensch", wäre ihm aber ähnlich, weil sich diese Form als überlegen dominant erweist im Lebensraum Erde. Vorausgesetzt natürlich, keine andere Spezies entwickelt sich schneller und ergreift die Dominanz.

Entscheidend ist also nicht das Geschöpf, daß sich evolutionär entwickelt, sondern das Zusammenspiel mutationsbedingter Veränderungen in der evolutionären Anfangszeit. Jede Spezies kann sich zur stärksten entwickeln, wenn Glück und Zufall (lange genug) mitspielen -- und wenn keine andere Spezies überlegener ist.

Gruß,
Marko

dj (Gast) - 26. Mär, 16:27

Lieber Fanta da hast Du Dir aber mal wieder ein Thema ausgesucht...

Also gut:

Zuersteinmal weise ich auf den alten Übersetzungsfehler hin bezüglich Darwin's These: es ist nicht der Stärkste ("strongest"), sondern der am besten Angepasste ("fittest") der überlebt. Was nicht zwangsläufig der Kräftigste sein muss, und auch parallele Evolution nicht ausschließt.

Wie Evolution tatsächlich funktioniert können wir bisher nicht so ganz beweisen, aber sowohl Theorie, Beobachtung als auch experimentelle Praxis (Simulation) lassen einige Schlüsse zu.

Evolution tendiert immer dazu sich auf lokale Maxima hinzubewegen. Man stelle sich das in etwa so vor:
Die lokalen Maxima sind die Berge in einer Landschaft, die verschiedenen Spezies haben jeweils ihren Platz in dieser Landschaft - je höher der Berg, desto besser angepasst sind sie. Wenn nun Mutation/Evolution auftritt, "bewegen" sich die Spezies auf das nächste Maximum zu. Natürlich können sie sich auch davon entfernen, aber das kommt eher selten vor, denn dann wäre die Anpassung an den Lebensraum ja schlechter geworden (z.B. werden Fische in der Abyssalebene des Pazfiks keine Lungen entwickeln).
Das führt letztenendes dazu, dass wenn eine Spezies sein lokales Maximum erreicht, sich von dort nicht mehr entfernt - daher werden z.B. Kakerlaken nicht plötzlich anfangen Häuser zu bauen und Werkzeuge zu nutzen. Ein Aspekt des lokalen Maximums der Kakerlake ist z.B. die geringe Größe, und dieser Aspekt wird wohl eher nicht zugunsten größerer körperlicher Kraft aufgegeben werden.

Nun ist es allerdings so: diese Berg-und-Tal Landschaft ist nicht konstant, Berge verschieben sich, wachsen, schrumpfen oder brechen vollends zusammen. Mit anderen Worten: das natürliche Umfeld verändert sich - zum Teil auch durch die Spezies selber.

Die Menschen sind also auf ihren "Berg" hinaufgeklettert und haben damit alle anderen Berge um sie herum "abgetragen". Es ist daher z.B. unwahrscheinlich, dass eine zweite intelligente, menschenähnliche Spezies sich entwickelt solange wir "King-of-the-Hill" sind.

Kommt nun eines Tages der Tag an dem das Geschlecht "Mensch" vollständig von dem Antlitz des Planeten verschwindet, so wird der Berg wieder frei sein und die anderen Hügel in der Nähe auch wieder leichter erreichbar sein. Wie nun die nächste dominante Spezies auf diesem Planeten aussieht/sich verhält wird davon abhängen, wie schnell sich die anderen Spezies auf das freie Maximum hinzubewegen werden. (Das Szenario setzt vorraus, dass wir uns nicht durch einen Nuklearkrieg vernichten und damit den Planeten unbewohnbar für komplexes Leben machen - den Berg also nicht "wegsprengen").

Ich hoffe mal, das war einigermaßen verständlich.

FantaMensch - 26. Mär, 21:01

Die Stärksten...

Okay das mit dem »Stärksten« wusste ich, das habe ich nur missverständlich getippt. Es kommt ja auf’s Gleiche hinaus, wir passen uns am besten an und sitzen deswegen auf unserem unantastbaren Berg, oder?

Dass sich nicht noch einmal der Organismus Mensch entwickeln wird, in exakt seiner jetzigen Gestalt und Verhaltensweise, ist ziemlich wahrscheinlich. Aber ich glaube schon, dass es dann – nachdem die Menschen weg sind – wieder eine Spezies gibt, die unseren Platz einnimmt, und zwar bezogen auf den Einfluss auf die Umwelt, die Vorherrschaft und den Glauben, über Leben und Tod entscheiden zu können. Und dabei ist es ja egal, ob wir den Planeten jetzt mit dem Krieg unbewohnbar machen, bevor die Sonne »am Start« ist und sich ausdehnt hat die Erde doch genügend Zeit, sich zu erholen und eine neue Evolution zu starten, oder nicht? Wasser und Licht sind doch dann immer noch da, wenn auch zunächst mal verseucht. Aber so wie ich das sehe, heilt das, wenn nur genug Zeit vergeht.

Oder nicht?

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