dj (Gast) - 26. Mär, 16:27

Lieber Fanta da hast Du Dir aber mal wieder ein Thema ausgesucht...

Also gut:

Zuersteinmal weise ich auf den alten Übersetzungsfehler hin bezüglich Darwin's These: es ist nicht der Stärkste ("strongest"), sondern der am besten Angepasste ("fittest") der überlebt. Was nicht zwangsläufig der Kräftigste sein muss, und auch parallele Evolution nicht ausschließt.

Wie Evolution tatsächlich funktioniert können wir bisher nicht so ganz beweisen, aber sowohl Theorie, Beobachtung als auch experimentelle Praxis (Simulation) lassen einige Schlüsse zu.

Evolution tendiert immer dazu sich auf lokale Maxima hinzubewegen. Man stelle sich das in etwa so vor:
Die lokalen Maxima sind die Berge in einer Landschaft, die verschiedenen Spezies haben jeweils ihren Platz in dieser Landschaft - je höher der Berg, desto besser angepasst sind sie. Wenn nun Mutation/Evolution auftritt, "bewegen" sich die Spezies auf das nächste Maximum zu. Natürlich können sie sich auch davon entfernen, aber das kommt eher selten vor, denn dann wäre die Anpassung an den Lebensraum ja schlechter geworden (z.B. werden Fische in der Abyssalebene des Pazfiks keine Lungen entwickeln).
Das führt letztenendes dazu, dass wenn eine Spezies sein lokales Maximum erreicht, sich von dort nicht mehr entfernt - daher werden z.B. Kakerlaken nicht plötzlich anfangen Häuser zu bauen und Werkzeuge zu nutzen. Ein Aspekt des lokalen Maximums der Kakerlake ist z.B. die geringe Größe, und dieser Aspekt wird wohl eher nicht zugunsten größerer körperlicher Kraft aufgegeben werden.

Nun ist es allerdings so: diese Berg-und-Tal Landschaft ist nicht konstant, Berge verschieben sich, wachsen, schrumpfen oder brechen vollends zusammen. Mit anderen Worten: das natürliche Umfeld verändert sich - zum Teil auch durch die Spezies selber.

Die Menschen sind also auf ihren "Berg" hinaufgeklettert und haben damit alle anderen Berge um sie herum "abgetragen". Es ist daher z.B. unwahrscheinlich, dass eine zweite intelligente, menschenähnliche Spezies sich entwickelt solange wir "King-of-the-Hill" sind.

Kommt nun eines Tages der Tag an dem das Geschlecht "Mensch" vollständig von dem Antlitz des Planeten verschwindet, so wird der Berg wieder frei sein und die anderen Hügel in der Nähe auch wieder leichter erreichbar sein. Wie nun die nächste dominante Spezies auf diesem Planeten aussieht/sich verhält wird davon abhängen, wie schnell sich die anderen Spezies auf das freie Maximum hinzubewegen werden. (Das Szenario setzt vorraus, dass wir uns nicht durch einen Nuklearkrieg vernichten und damit den Planeten unbewohnbar für komplexes Leben machen - den Berg also nicht "wegsprengen").

Ich hoffe mal, das war einigermaßen verständlich.

FantaMensch - 26. Mär, 21:01

Die Stärksten...

Okay das mit dem »Stärksten« wusste ich, das habe ich nur missverständlich getippt. Es kommt ja auf’s Gleiche hinaus, wir passen uns am besten an und sitzen deswegen auf unserem unantastbaren Berg, oder?

Dass sich nicht noch einmal der Organismus Mensch entwickeln wird, in exakt seiner jetzigen Gestalt und Verhaltensweise, ist ziemlich wahrscheinlich. Aber ich glaube schon, dass es dann – nachdem die Menschen weg sind – wieder eine Spezies gibt, die unseren Platz einnimmt, und zwar bezogen auf den Einfluss auf die Umwelt, die Vorherrschaft und den Glauben, über Leben und Tod entscheiden zu können. Und dabei ist es ja egal, ob wir den Planeten jetzt mit dem Krieg unbewohnbar machen, bevor die Sonne »am Start« ist und sich ausdehnt hat die Erde doch genügend Zeit, sich zu erholen und eine neue Evolution zu starten, oder nicht? Wasser und Licht sind doch dann immer noch da, wenn auch zunächst mal verseucht. Aber so wie ich das sehe, heilt das, wenn nur genug Zeit vergeht.

Oder nicht?

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