Hyperantrieb.

»Kein Objekt und keine Information kann sich schneller bewegen als das Licht im Vakuum. Nähert sich die Geschwindigkeit eines materiellen Objektes der Lichtgeschwindigkeit, so strebt der Energieaufwand für eine weitere Beschleunigung über alle Grenzen, weil die kinetische Energie mit zunehmender Annäherung an die Lichtgeschwindigkeit mit wachsender Geschwindigkeit immer steiler ansteigt. Zum Erreichen der Lichtgeschwindigkeit müsste unendlich viel Energie aufgebracht werden.«

(Wikipedia, Relativitätstheorie)

Unendlich viel Energie?

Muss dieser kleine Absatz nicht für die Forscher unter uns total deprimierend sein? Er sagt aus – so wie ich das verstanden habe – dass für uns Menschen eine Fortbewegung mit Lichtgeschwindigkeit absolut unmöglich ist, weil man niemals unendlich viel Energie haben kann.
Ich glaube... Wenn ich Forscher wäre, und mir würde jemand sagen: Du pass mal auf, egal, was du jetzt noch für tolle Antriebsraketen und Atomreaktoren baust – du wirst niemals einen Menschen auf die Lichtgeschwindigkeit beschleunigen können. Dann hätte ich auch keine Lust mehr, weiter zu forschen.

Dienstag, 4. November 2008

Tassadar - 4. Nov, 12:41

Aber echt mal,

das stinkt doch.
Ich will Hyperantrieb!

dj (Gast) - 7. Nov, 12:39

Schade, dass ich nicht mehr Zeit habe zum schreiben.
Aber lest die Theorie doch mal genau (und da sie in deutscher Spracher verfasst wurde, gibt es keine Übersetzungsfehler):
Sie besagt (wie schon ein bekannter Filmcharakter so treffend bemerkte), dass kein Körper auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden kann. Die Theorie behandelt nicht Körper, die sich schon mit Lichtgeschwindigkeit bewegen - oder schneller.

Ein anderer Mathematiker hat die Theorie aufgestellt, dass man Lichtgeschwindigkeit erreichen kann bzw. überschreiten kann, wenn man sich außerhalb eines starken Schwerefeldes befindet (-> Sonne). Es wird sicher noch etwas dauern, bis man dies überprüfen kann. Aber man soll nie die Hoffnung verlieren ;-)

Außerdem gibt es da ja noch die Wurmlöcher (die gibt es wirklich).

Mangels Zeit keine genaueren Ausführungen hier - aber trotzdem ein sehr spannendes Thema ;-)

dj

lv1001 (Gast) - 7. Nov, 18:53

Vielleicht ein Ersatz

Ich kann schon verstehen, dass das frustrierend sein muss, wenn man so gerne den hyperantrieb will, aber vielleicht kann ich Dich mit einigen anderen Möglichkeiten erbauen.
Also, Materie geht nicht schneller als Lichtgeschwindigkeit (und nein, Materie, die schon auf Lichtgeschwindigkeit ist, interessiert mich nicht, was hab ich denn von der?). Je näher man an die Lichtgeschwindigkeit kommt, desto mehr muss man für eine weitere Beschleunigung investieren und das in einer Weise, die dafür sorgt, dass die Lichtgeschwindigkeit für massebehaftete Teilchen nicht erreicht werden kann. Das gilt auch anders herum: Luftschauer etwa (Kaskaden von elektromagnetischen Teilchen, die von sehr energiereichen einzelnen Teilchen am oberen Rand der Atmosphäre ausgelöst werten) haben wenn sie die Erdoberfläche erreichen immer noch sehr knapp unter Lichtgeschwindigkeit, obwohl sie nur rund 1/1000 ihrer anfänglichen Energie haben.

Aber zurück zu Deinem Transport:
Das, was da in Wikipedia über "Information" steht, ist etwas, was in letzter Zeit ein wenig zu bröckeln angefangen hat. Verschränkte Teilchen (experimentell meist Photonen, aber theoretisch auch so ziemlich alles andere) können so präperiert werden, dass Änderungen am Einen auch eine Änderung am Anderen bewirken. Und das unabhängig davon, wie weit sie voneinander entfernt sind. Man kann also die erst trennen und dann zum Übermitteln von "Information" mit Überlichtgeschwindigkeit verwenden.
Dieses Konzept der Überlichtgeschwindigkeitsnachrichtenübertragung ist schon seit Jahrzehnten bekannt (Einstein-Podolski-Rosen Paradoxon) und man war der Meinung, belegt zu haben, dass es nicht funktionieren kann (ok, das ist jetzt sehr verkürzt, wir sind hier ja aber auch in der populärwissenschaftlichen Ecke).
Neuere Experimente haben ergeben, dass es vermutlich doch klappt. Es kann also gut sein, dass Wikipedia da veraltet ist.
Achja, Transport: "Information" kann da natürlich auch was anderes sein als ein Brief. Es gab da schon vor ca. 10 Jahren mal Ideen, dass man das benutzen könnte um Teilchen A auf einen Part V1 des verschränkten Paares zu schießen, wobei die beiden ihren vorherigen Informationsgehalt verlieren und der andere Part V2 danach die Eigenschaften von A hat. Wenn Du genug verschränkte Paare aufgebaut hast, kannst Du natürlich auch "Dich" darauf schießen, was aber (man bedenke die Vernichtung) wahrscheinlich recht schmerzvoll ist, und hoffen, gleichzeitig in der richtigen Form an dem Ort der zweiten Teile der Verschränkung wieder aufzutauchen.
Lax gesprochen hat man also unter Vernichtung der Verschränkung von dem Paar Teilchen A zu einem neuen Ort "gebeamt".
Und in Anlehnung an oben gesagtes scheint das auch prinzipiell "instantan" zu geschehen.
Das nach der Relativitätstheorie so etwas wie "gleichzeitig" gar nicht existiert ist dann einer der Punkte um den man sich Gedanken machen muss, sollte sich herausstellen, dass die Experimente zur Überlichtgeschwindigkeit von Informationsübertragungen tatsächlich stimmen.

Also: Hyperantrieb: nein, instantanes Beamen: prinzipiell vielleicht. Ich hoffe, dass ist ein schwacher Trost.

Eins noch: Die zweiten Partner der jeweiligen verschränkten Paare müssen natürlich vorher an den Zielort gebracht werden. Und da das massebehaftete Teilchen sind, geht das definitiv nicht überlichtschnell. Also keine beliebigen Entdeckungstouren durch die Galaxie.

WARNUNG: Obiger Artikel ist populärwissenschaftlich! Vieles ist extrem spekulativ zugespitzt und ich habe mich nicht damit aufgehalten, alle Begriffe im wissenschaftlich korrekten Sinn zu verwenden, sondern mich extrem einfach gehalten.

FantaMensch - 8. Nov, 01:46

Warnung?

Du willst mir sagen, dass das einfach gehalten ist? Glaubst Du ernsthaft, ich wüsste, was Kaskaden von elektromagnetischen Teilen sind? Und dann soll man Teilchen A auf einen Part V1 des verschränkten Paares schießen?
Jedenfalls glaube ich den Grund, weshalb die Beschleunigung auf Lichtgeschwindigkeit unmöglich ist, zu verstehen. Allerdings frage ich mich, was es für einen Sinn ergeben soll, sich Gedanken über »massebehaftete« Teilchen zu machen, sich bereits mit dieser Geschwindigkeit bewegen, weil... Die müssen diese Geschwindigkeit ja irgendwann einmal erreicht haben, oder? Und ich dachte jetzt, dass sie genau das nicht können.

*Kopf aufstüzt*

Ich fasse zusammen: Es wird niemals möglich sein, die Lichtgeschwindigkeit als menschlicher Reisender zu erreichen, ganz egal, wie viel James-Bond-Zeug wir in naher und ferner Zukunft noch erforschen und entwickeln. Vielleicht möglich wird allerdings sein, uns innerhalb von 0 Sekunden von einem Ort an einen anderen zu teleportieren und dies unbeschadet zu überstehen.

Das ist ein kleines Trostpflaster, ja.

Und was hat es jetzt mit diesen Wurmlöchern auf sich?
dj (Gast) - 12. Nov, 16:42

Wurmlöcher

Vermutungen, die Wissenschaft besteht nur aus Vermutungen.

Theoretisch ist das Reisen mit oder über Lichtgeschwindigkeit nach heutigen Kenntnissen unmöglich. Theoretisch. Im Laufe der Jahre wurden viele der alten Theorien widerlegt, und nicht selten 'unumstößliche Wahrheiten' als partiell falsch identifiziert. Nur weil heute alle sagen 'es geht nicht', heisst das noch lange nicht, dass es wirklich nicht geht. Und obig beschriebene Tachyonen sind nur einer der Hoffnungsschimmer, dennoch in die Weiten des Raums vorzudringen.

Wurmlöcher sind eine andere Idee. Um hier mal 'verständlich' zu erklären was es damit auf sich hat:
Nehmen wir einmal an das Raum-Zeit Gefüge wäre eine plane Ebene (eigentlich 4-(bzw.11)-Dimensional, aber für das Beispiel tut es auch eine Dimension weniger). Wir können uns nur auf dieser Ebene bewegen. Um nun von A nach B zu kommen, muss man sich über diese Ebene bewegen.
Da die Geschwindigkeit begrenzt ist, mit der man dies tun kann, muss es also einen anderen Weg geben schnell von A nach B zu kommen.
Wenn wir die Strecke A-B also nicht schneller 'laufen können', dann können wir sie vielleicht verkürzen.
Wir falten sozusagen das Raum-Zeit-Gefüge so, dass B plötzlich näher an A dran ist, gehen die nun kurze Strecke und: voilá - wir sind am Ziel.
Die Frage ist nun: wie den Raum/Zeit falten?
Gravitation. Es ist allgemein bekannt, dass die Gravitation die Raum-Zeit verformt (also eine Delle macht). Wenn wir nun ein Gravitationsfeld so positionieren können, dass es den Raum ziwschen A und B so stark 'eindellt', dass B sehr viel näher an A dran ist, dann können wir schneller nach B kommen.
Der 'Tunnel' den wir dann brauchen um die kurze Strecke zu überwinden, nennen wir Wurmloch.
Da wir Raum und Zeit falten können, könnte es sogar möglich sein nicht nur durch den Raum, sondern auch durch die Zeit zu reisen (also früher bei B ankommen als man von A losgeht). Da die Hirne vieler Wissenschaftler teilweise zu strikt logisch denken, halten viele diese Tatsache für einen Beweis, dass Wurmlöcher nicht existieren können (Großvaterparadoxon). Ich halte es jedoch durchaus für möglich.

So auch dieser putzige Beitrag zur Diskussion ist etwas 'einfach' gehalten, da es ja um die Frage nach der Möglichkeit und nicht der praktischen Durchführung (mit Demonstration und Skizze) ging.

Also wie gesagt Fanta: nie die Hoffnung verlieren, es gibt noch viel zu entdecken.

Eines noch:
Alle Theorien könnten sich als hinfällig herausstellen, wenn die Simulationstheorie von Kontrad Zuse (und Nachfolgern) bewahrheitet. Das würde dann allerdings wieder viele andere Möglichkeiten öffnen - ganz nach dem alten Hacker-Grundsatz "Hack The Planet!"

FantaMensch - 12. Nov, 20:23

Wurmgruft, Level 2

Danke für die Wurmloch-Erklärung. Ich hatte mich an diesen Zettel erinnert, den ein Typ bei »Event Horizon« faltet, um das mit der Entfernung von zwei Punkten zu erklären. Wenn man nicht schnell genug ist, dann muss man eben dafür sorgen, dass die Strecke kürzer wird. An beiden Enden des Papiers ist jeweils ein Punkt. Wie kommt man jetzt am schnellsten vom einen zu anderen – zack – einfach einmal in der Mitte falten. Das leuchtet ein.

Der Sache mit den Theorien stimme ich zu und denke dabei an ein passendes Zitat aus »Men In Black«. K sagt, auf die Frage hin, wie es denn sein kann, dass die Menschen nichts von der Existenz außerirdischer Lebensformen auf der Erde wissen:

»Vor 1500 Jahren hat jeder Mensch gewusst, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist. Vor 500 Jahren hat jeder Menscht gewusst, dass die Erde eine Scheibe ist ist und vor 15 Minuten haben Sie gewusst, dass die Menschen auf diesem Planeten unter sich sind. Stellen Sie sich nur mal vor, was sie noch alles wissen – morgen.«

Was wissen wir schon vom großen Universum, in dem wir uns (vermutlich) befinden? Nix. Mal ehrlich, wenn ich mit meinem iPhone, meiner F22 Raptor und einem Feuerzeug im Jahre 1437 auftauchen würde – womit wir schon beim nächsten, ebenfalls interessanten Thema wären – ich würde doch augenblicklich lichterloh auf dem Scheiterhaufen brennen.

Es gibt noch viel zu entdecken, ganz genau.

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