PICASSO, EIN UNERWÜNSCHTER MALER!
Am Anfang des 21. Jahrhunderts leben wir wieder im Zeitalter der Renaissance. Nicht in der Renaissance der Künste, sondern der Vorurteile, der arroganten Meinung über Menschen, die erneut zu Kriegen führt. Ich traute meinen Augen nicht, als ich im Februar 2003 die Zeitung aufschlug. Die kurze Meldung, die ich kopfschüttelnd las, berichtete von der Verhüllung eines Picasso-Gemäldes in New York.
Nicht irgendeines Picasso, sondern seines Bildes „Guernica“, das er unter dem Eindruck des entsetzlichen Bombardements der kleinen spanischen Stadt Guernica durch die „Legion Condor“ gemalt hatte. Die Legion Condor war bekanntlich ein Luftgeschwader der Nazis, das mit seiner tödlichen Fracht dem spanischen Faschistenführer Franco „zu Hilfe“ kam: Gegen das noch von den Republikanern regierte Guernica. Binnen Stunden mehr als 1600 Tote in der wehrlosen Zivilbevölkerung. Auf dem riesigen, acht Meter langen Schwarz-Weiß-Gemälde sind in der abstrakten, aber alles andere als abstrakt auf uns wirkenden Malerei Picassos die Folgen zu sehen: Sterbende Männer und Frauen, fliehende Kinder, in den Flammen versinkende Tiere. Als das in jeder Hinsicht große Bild auf der Pariser Weltausstellung 1937 im spanischen Pavillon erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde, war Picasso anwesend. Nachdem die Nazis Paris drei Jahre später besetzt hatten, besuchte ein deutscher Offizier Picassos Atelier in der Rue des Grands-Augustins, wo eine kleinere Reproduktion von „Guernica“ zwischen den Staffeleien stand. Der Besucher sprach den Maler an, und es kam zu diesem Dialog: Der deutsche Soldat fragte: „Und das haben Sie gemacht?“ - „Nein“, antwortete Picasso: „Sie!“
Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dieser denkwürdigen Begegnung in Paris betritt also in New York der US-amerikanische Außenminister Colin Powell das UNO-Gebäude, um in Begleitung des redlichen Waffeninspekteurs Hans Blix vor den Mikrofonen der internationalen Presse für den amerikanisch-britischen Krieg gegen den Irak zu werben. Im Foyer des UNO-Hauses hängt seit Jahren eine von Nelson Rockefeller gestiftete Tapisserie von Picassos „Guernica“. Als Powell eintrifft, ist es von einem blauen Vorhang mit UN-Logos verhüllt. Denn die Schrecken, die das berühmteste Anti-Kriegs-Bild des 20. Jahrhunderts beschwört, diese Schrecken würden im Krieg gegen den Irak zum Alltag gehören. Auch dieser Krieg, von der Propaganda der Angreifer zynisch als „chirurgisch sauber“ angekündigt, würde Menschenleben in der Zivilbevölkerung kosten: Sterbende Frauen und schreiende Kinder. Da konnte man sich kein Panorama leisten, das diese Wahrheit symbolisiert. Nichts sollte und durfte die Lügen stören.
Im Herbst des Jahres 2003 wissen wir, dass die Scham berechtigt war. Nichts von dem, was die amerikanisch-britische Allianz als Kriegsgrund ausgab, hat sich bewahrheitet: Der britische Premierminister Tony Blair musste schon früh zugeben, dass sein Geheimdienst sich auf ein vergilbtes Papier aus einem Studentenseminar berufen hatte, um die außenpolitische Gefährlichkeit des Irak zu „beweisen“. Der amerikanische Präsident George W. Bush musste sich für eine britische Redepassage entschuldigen, in welcher er „absurden Informationen“ (Condoleeza Rice) seines Geheimdienstes CIA auf den Leim gegangen war. Dieser hatte die Lüge verbreitet, Saddam Hussein plane, Uran im Niger zu kaufen, um damit Atombomben zu bauen. Haben die Dolmetscher des Präsidenten vielleicht Uran mit Urin verwechselt? Schließlich: Die biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen des Irak, deren Existenz von Bush und Blair Tag und Nacht als „überzeugendster“ Kriegsgrund an die Wand gemalt wurden sind auch Monate nach dem Ende des alliierten Bombardements weder in Bagdad noch sonst wo im Lande gefunden worden. Die einzige Trophäe, die den Angreifern in die Hände fiel, waren Raketen, die fünfzig Kilometer weiter fliegen konnten, als sie durften. Bis nach London oder Washington? Der Krieg gegen den Irak wurde auf der Basis von Vorurteilen geführt.
Und nicht die Kriegsparteien, sondern die Staats- und Regierungschefs, welche Bomben vermeiden wollten, standen aus amerikanischer Sicht am Pranger. Man vergegenwärtige sich diese Moral! Der Krieg wurde auf Basis von Vorurteilen geführt, die nicht nur nicht überprüft worden sind (Hans Blix und seine Waffeninspekteure durften ihre Untersuchung nicht beenden), sondern die sich allesamt als falsch herausgestellt haben. Dafür wurden, versehentlich (!), Restaurants bombardiert oder Autos beschossen, in denen Familien mit ihren Kindern saßen. Aufgrund von Vermutungen im tausende Kilometer entfernten Pentagon, dort, im Restaurant einer Seitenstraße von Bagdad, könnte der Tyrann zu Abend speisen, aufgrund von reinen Vermutungen, die wir auch Vorurteile nennen dürfen, wurde das Leben einer irakischen Familie ausgelöscht.
Ich frage mich, wie schläft eigentlich George W. Bush? Wie schläft ein solcher Mann bei dem Gedanken, dass diese Kinder ohne seine Befehle noch Leben würden. Schreckt er auf, quälen ihn Albträume? Oder ist sein christliches Gewissen derart Show, dass er diese Gedanken gar nicht kennt? Ich vermute es. Denn mir ist nicht eine einzige Verlautbarung bekannt, mit welcher der US-Präsident neben den eigenen auch die Toten der Irakis bedauert hätte. Die toten amerikanischen Soldaten scheinen Business-Clas-Tote, die Irakis Economy-Class-Tote zu sein.
So wie die US-Administration sich vor dem Kriegsverbrecher-Gerichtshof in Den Haag einen Freibrief für amerikanische Soldaten ausbittet, so beugt sie auch die Menschenrechtskonventionen ganz nach Belieben. Welche Empörung wurde in Washington zu Recht laut, als die ersten amerikanischen Kriegsgefangenen der Presse vorgeführt wurden. Doch auch hier die Zweitklassemoral. Denn als die Besatzer die beiden Söhne Saddam Husseins erschossen hatten, deren Unmenschlichkeit gegen die eigene Bevölkerung ich keineswegs bezweifle, da haben sie sogar ihre bis zur Unkenntlichkeit entstellten Gesichter öffentlich ausgestellt. Vielleicht malt eines Tages ein „Picasso“ unserer Tage das Bombardement gegen die Irakis. Dann wünschte ich George W. Bush einen Dialog, wie er damals in Paris stattfand.
aus:
SIR PETER USTINOV: ACHTUNG: VORURTEILE!
Nicht irgendeines Picasso, sondern seines Bildes „Guernica“, das er unter dem Eindruck des entsetzlichen Bombardements der kleinen spanischen Stadt Guernica durch die „Legion Condor“ gemalt hatte. Die Legion Condor war bekanntlich ein Luftgeschwader der Nazis, das mit seiner tödlichen Fracht dem spanischen Faschistenführer Franco „zu Hilfe“ kam: Gegen das noch von den Republikanern regierte Guernica. Binnen Stunden mehr als 1600 Tote in der wehrlosen Zivilbevölkerung. Auf dem riesigen, acht Meter langen Schwarz-Weiß-Gemälde sind in der abstrakten, aber alles andere als abstrakt auf uns wirkenden Malerei Picassos die Folgen zu sehen: Sterbende Männer und Frauen, fliehende Kinder, in den Flammen versinkende Tiere. Als das in jeder Hinsicht große Bild auf der Pariser Weltausstellung 1937 im spanischen Pavillon erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde, war Picasso anwesend. Nachdem die Nazis Paris drei Jahre später besetzt hatten, besuchte ein deutscher Offizier Picassos Atelier in der Rue des Grands-Augustins, wo eine kleinere Reproduktion von „Guernica“ zwischen den Staffeleien stand. Der Besucher sprach den Maler an, und es kam zu diesem Dialog: Der deutsche Soldat fragte: „Und das haben Sie gemacht?“ - „Nein“, antwortete Picasso: „Sie!“
Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dieser denkwürdigen Begegnung in Paris betritt also in New York der US-amerikanische Außenminister Colin Powell das UNO-Gebäude, um in Begleitung des redlichen Waffeninspekteurs Hans Blix vor den Mikrofonen der internationalen Presse für den amerikanisch-britischen Krieg gegen den Irak zu werben. Im Foyer des UNO-Hauses hängt seit Jahren eine von Nelson Rockefeller gestiftete Tapisserie von Picassos „Guernica“. Als Powell eintrifft, ist es von einem blauen Vorhang mit UN-Logos verhüllt. Denn die Schrecken, die das berühmteste Anti-Kriegs-Bild des 20. Jahrhunderts beschwört, diese Schrecken würden im Krieg gegen den Irak zum Alltag gehören. Auch dieser Krieg, von der Propaganda der Angreifer zynisch als „chirurgisch sauber“ angekündigt, würde Menschenleben in der Zivilbevölkerung kosten: Sterbende Frauen und schreiende Kinder. Da konnte man sich kein Panorama leisten, das diese Wahrheit symbolisiert. Nichts sollte und durfte die Lügen stören.
Im Herbst des Jahres 2003 wissen wir, dass die Scham berechtigt war. Nichts von dem, was die amerikanisch-britische Allianz als Kriegsgrund ausgab, hat sich bewahrheitet: Der britische Premierminister Tony Blair musste schon früh zugeben, dass sein Geheimdienst sich auf ein vergilbtes Papier aus einem Studentenseminar berufen hatte, um die außenpolitische Gefährlichkeit des Irak zu „beweisen“. Der amerikanische Präsident George W. Bush musste sich für eine britische Redepassage entschuldigen, in welcher er „absurden Informationen“ (Condoleeza Rice) seines Geheimdienstes CIA auf den Leim gegangen war. Dieser hatte die Lüge verbreitet, Saddam Hussein plane, Uran im Niger zu kaufen, um damit Atombomben zu bauen. Haben die Dolmetscher des Präsidenten vielleicht Uran mit Urin verwechselt? Schließlich: Die biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen des Irak, deren Existenz von Bush und Blair Tag und Nacht als „überzeugendster“ Kriegsgrund an die Wand gemalt wurden sind auch Monate nach dem Ende des alliierten Bombardements weder in Bagdad noch sonst wo im Lande gefunden worden. Die einzige Trophäe, die den Angreifern in die Hände fiel, waren Raketen, die fünfzig Kilometer weiter fliegen konnten, als sie durften. Bis nach London oder Washington? Der Krieg gegen den Irak wurde auf der Basis von Vorurteilen geführt.
Und nicht die Kriegsparteien, sondern die Staats- und Regierungschefs, welche Bomben vermeiden wollten, standen aus amerikanischer Sicht am Pranger. Man vergegenwärtige sich diese Moral! Der Krieg wurde auf Basis von Vorurteilen geführt, die nicht nur nicht überprüft worden sind (Hans Blix und seine Waffeninspekteure durften ihre Untersuchung nicht beenden), sondern die sich allesamt als falsch herausgestellt haben. Dafür wurden, versehentlich (!), Restaurants bombardiert oder Autos beschossen, in denen Familien mit ihren Kindern saßen. Aufgrund von Vermutungen im tausende Kilometer entfernten Pentagon, dort, im Restaurant einer Seitenstraße von Bagdad, könnte der Tyrann zu Abend speisen, aufgrund von reinen Vermutungen, die wir auch Vorurteile nennen dürfen, wurde das Leben einer irakischen Familie ausgelöscht.
Ich frage mich, wie schläft eigentlich George W. Bush? Wie schläft ein solcher Mann bei dem Gedanken, dass diese Kinder ohne seine Befehle noch Leben würden. Schreckt er auf, quälen ihn Albträume? Oder ist sein christliches Gewissen derart Show, dass er diese Gedanken gar nicht kennt? Ich vermute es. Denn mir ist nicht eine einzige Verlautbarung bekannt, mit welcher der US-Präsident neben den eigenen auch die Toten der Irakis bedauert hätte. Die toten amerikanischen Soldaten scheinen Business-Clas-Tote, die Irakis Economy-Class-Tote zu sein.
So wie die US-Administration sich vor dem Kriegsverbrecher-Gerichtshof in Den Haag einen Freibrief für amerikanische Soldaten ausbittet, so beugt sie auch die Menschenrechtskonventionen ganz nach Belieben. Welche Empörung wurde in Washington zu Recht laut, als die ersten amerikanischen Kriegsgefangenen der Presse vorgeführt wurden. Doch auch hier die Zweitklassemoral. Denn als die Besatzer die beiden Söhne Saddam Husseins erschossen hatten, deren Unmenschlichkeit gegen die eigene Bevölkerung ich keineswegs bezweifle, da haben sie sogar ihre bis zur Unkenntlichkeit entstellten Gesichter öffentlich ausgestellt. Vielleicht malt eines Tages ein „Picasso“ unserer Tage das Bombardement gegen die Irakis. Dann wünschte ich George W. Bush einen Dialog, wie er damals in Paris stattfand.
aus:
SIR PETER USTINOV: ACHTUNG: VORURTEILE!
Samstag, 17. November 2007
WEIHNACHTEN MIT KLEIN-TOBI

Heute: Der Adventskalender.
Als ich ein kleiner Fanta war, da gab es etwas, das ich an der Weihnachtszeit besonders geliebt habe, nämlich den Adventskalender. Das Schöne am Adventskalender war definitiv, dass es an jedem Tag eine Überraschung gab, und das auch noch prompt nach dem Aufstehen! Es waren also gewissermaßen 24 direkt aufeinander folgende Minigeburtstage. Ich bin aufgewacht, habe die dicken Schneeflocken am Fenster umherflattern sehen und ich habe mich auf die Seite geräkelt, als mir einfiel, dass es Dezember ist! Ich kann ein Türchen öffnen! Und siehe da: Es hängen nur noch 5 Päckchen an der Schnur, bald ist Heiligabend! Wer braucht denn schon den Sommer?
Unsere Kalender hingen in Jügesheim nebeneinander, im Flur, zwischen den beiden Türen zu unseren Zimmern. Leider weiß ich nicht mehr genau, ob wir damals schon diese kleinen Stoffsäckchen hatten, von denen Mama 48 Stück genäht und mit einem kleinen, nummerierten Tannenbaum aus Pappe versehen hat, oder ob die erst später kamen; in meiner Erinnerung geistern auch noch eckige Schachteln aus roter Pappe herum, die an der Wand neben- und untereinander aufgehängt und angebracht waren. Der Vorteil an den Säckchen aus grünen, roten und gemusterten Stoffen war natürlich die Möglichkeit, die Überraschungen im Voraus zu erfühlen! Wichtig waren immer die 6 und die 24, und eigentlich auch die jeweiligen Adventssonntage.
Und irgendwann gab es dann das erste Mal einen Kalender mit Lego. Ich habe mir damals keine Gedanken darüber gemacht, wie viel Arbeit das gewesen sein muss - es abzuschneiden und auszupacken geht natürlich immer ganz fix.
Jeden Tag fand ich einige weitere Teile des Legomodells, zusammen mit einer Kopie der Seite der Bauanleitung, auf der zu sehen war, wie und wo diese Teile verbaut werden mussten. So wusste ich natürlich nach den ersten paar Tagen, nach den ersten paar Teilen noch nicht, ob es ein Auto wird, ein Schiff oder ein Flugzeug, und diese Spannung war das Beste daran. Wenn es dann am Nikolaustag Reifen oder Flügel oder andere Teile gab, an denen man erkennen konnte, was es wird, so war man immer noch in dieser "Morgen-sind-bestimmt-eindlich-die-Legomännchen-drin-Stimmung".
Ganz genau erinnern kann ich mich an ein großes Raumschiff, mit vielen Antennen, Satellitenschüsseln und Düsen und Cockpits und grünen Lichtern... Es war von der Lego Space Police und ich habe es monatelang nicht mehr aus der Hand gelegt.
Luxuriös war natürlich, dass ich immer zusätzlich auch noch einen dieser Schokoladen-Adventskalender aus Pappe mit einem furchteinflößenden Gemälde der Geschenkwerkstatt vorne drauf hatte. Diese Dinger habe ich ständig im Voraus geöffnet und dann die kleinen Papptürchen einfach wieder zugeklappt, das hat nie jemand gemerkt.
Ich glaube im Nachhinein, dass es DOCH alle gemerkt haben, aber nichts sagten, weil sie es selbst genauso gemacht haben.
Nächstes Kapitel: Adventsbasteln am Redder
Als ich ein kleiner Fanta war, da gab es etwas, das ich an der Weihnachtszeit besonders geliebt habe, nämlich den Adventskalender. Das Schöne am Adventskalender war definitiv, dass es an jedem Tag eine Überraschung gab, und das auch noch prompt nach dem Aufstehen! Es waren also gewissermaßen 24 direkt aufeinander folgende Minigeburtstage. Ich bin aufgewacht, habe die dicken Schneeflocken am Fenster umherflattern sehen und ich habe mich auf die Seite geräkelt, als mir einfiel, dass es Dezember ist! Ich kann ein Türchen öffnen! Und siehe da: Es hängen nur noch 5 Päckchen an der Schnur, bald ist Heiligabend! Wer braucht denn schon den Sommer?
Unsere Kalender hingen in Jügesheim nebeneinander, im Flur, zwischen den beiden Türen zu unseren Zimmern. Leider weiß ich nicht mehr genau, ob wir damals schon diese kleinen Stoffsäckchen hatten, von denen Mama 48 Stück genäht und mit einem kleinen, nummerierten Tannenbaum aus Pappe versehen hat, oder ob die erst später kamen; in meiner Erinnerung geistern auch noch eckige Schachteln aus roter Pappe herum, die an der Wand neben- und untereinander aufgehängt und angebracht waren. Der Vorteil an den Säckchen aus grünen, roten und gemusterten Stoffen war natürlich die Möglichkeit, die Überraschungen im Voraus zu erfühlen! Wichtig waren immer die 6 und die 24, und eigentlich auch die jeweiligen Adventssonntage.
Und irgendwann gab es dann das erste Mal einen Kalender mit Lego. Ich habe mir damals keine Gedanken darüber gemacht, wie viel Arbeit das gewesen sein muss - es abzuschneiden und auszupacken geht natürlich immer ganz fix.
Jeden Tag fand ich einige weitere Teile des Legomodells, zusammen mit einer Kopie der Seite der Bauanleitung, auf der zu sehen war, wie und wo diese Teile verbaut werden mussten. So wusste ich natürlich nach den ersten paar Tagen, nach den ersten paar Teilen noch nicht, ob es ein Auto wird, ein Schiff oder ein Flugzeug, und diese Spannung war das Beste daran. Wenn es dann am Nikolaustag Reifen oder Flügel oder andere Teile gab, an denen man erkennen konnte, was es wird, so war man immer noch in dieser "Morgen-sind-bestimmt-eindlich-die-Legomännchen-drin-Stimmung".
Ganz genau erinnern kann ich mich an ein großes Raumschiff, mit vielen Antennen, Satellitenschüsseln und Düsen und Cockpits und grünen Lichtern... Es war von der Lego Space Police und ich habe es monatelang nicht mehr aus der Hand gelegt.
Luxuriös war natürlich, dass ich immer zusätzlich auch noch einen dieser Schokoladen-Adventskalender aus Pappe mit einem furchteinflößenden Gemälde der Geschenkwerkstatt vorne drauf hatte. Diese Dinger habe ich ständig im Voraus geöffnet und dann die kleinen Papptürchen einfach wieder zugeklappt, das hat nie jemand gemerkt.
Ich glaube im Nachhinein, dass es DOCH alle gemerkt haben, aber nichts sagten, weil sie es selbst genauso gemacht haben.
Nächstes Kapitel: Adventsbasteln am Redder



