In Stakeln an der Kruke
Was soll man dazu sagen, der Katze ist das Haus immer noch nicht voll genug!
„Jetzt haben wir Findelkinder“, sagt sie, nachmittags beim Kartenspiel, „jetzt fehlen uns noch Sonderlinge. Die würden auch gut ins Haus passen. Es gibt eine Menge davon auf der Welt, und sie haben es alle nötig, dass man sich um sie kümmert.“
Das Dudelhuhn spielt gerade Karo-As aus. Mit dem Schnabel. „Was sind das eigentlich, Sonderlinge?“ fragt es gleich anschließend.
„Das sind Leute“, antwortet die Katze, „die sind ein bisschen anders als die übrigen. Irgendwie... ein bisschen verschroben, verstehst du? Jedenfalls kommt das den übrigen Leuten so vor. Und so was mögen die übrigen Leute nicht. Deshalb haben die Sonderlinge auch immer soviel Schwierigkeiten auf der Welt. Zum Beispiel haben die meisten von ihnen nicht das Zuhause, das ein Sonderling braucht. Er braucht ein sonderliches Zuhause. Aber wo findet er das? Wenn es ein reicher Sonderling ist, kann er sich so ein Zuhause kaufen, etwas abseits von den übrigen Leuten natürlich. Aber was machen die anderen Sonderlinge? Die laufen herum in der Welt und suchen. So lange, bis sie einen Ort gefunden haben, wo sie hinpassen.“
„Dann bin ich kein Sonderling“, sagt das Dudelhuhn, „Ein Huhn passt eigentlich überall hin. Wer Eier legt, ist immer beliebt bei den Leuten. Obwohl es einem natürlich an einigen Orten besser gefällt als an anderen.“
Kapitän Knaak spielt jetzt den Herz-König aus und hat gewonnen. „Ja ja“, sagt er und lehnt sich im Stuhl zurück. „Das stimmt. Sonderlinge trifft man eine Menge, wenn man die Augen offen hält. Zu der Zeit, als ich noch Schiffsjunge war, hatten mal einen Sonderling als Kapitän. Das waren ulkige Reisen, sag´ ich euch! Eines Tages hatte er Maikäfer geladen. Ein ganzes Schiff voller lebender Maikäfer! Stellen sie sich das vor! So eine Fracht kann nur ein Sonderling annehmen. Ein Zoodirektor hatte die Maikäfer bestellt. In Übersee. Das war natürlich auch ein Sonderling.
„Maikäfer?“ fragt die Katze verwundert. „Auf einem Schiff? Ob sie sich da nicht irren, Kapitän? Ich meine... man behält ja nicht immer alles richtig im Gedächtnis.“
„Aber ich seh´ es noch vor mir“, sagt Kapitän Knaak, „als ob es gestern gewesen wäre. Die Maikäfer schliefen natürlich alle während der Überfahrt. Man hatte ihnen ein Schlafmittel gegeben, damit sie ncht lästig fallen. Auf diese Weise hatten wir nur mit denen Ärger, die zu früh aufwachten.
Aber das Schönste wissen sie noch gar nicht!
Der Kapitän hatte insgeheim eine fürchterliche Abneigung gegen krabbelnde Maikäfer! Als die ersten aufwachten, flüchtete er auf ein Brett oben am Schornstein. Da saß er Tag und Nacht, und so konnten wir die aufgewachten Maikäfer inzwischen in die Kapitänskabine sperren. Es wurden allerdings täglich mehr. Wir mussten machen, dass wir in den Hafen kamen!“
„Und was wollte der Zoodirektor mit den Maikäfern?“ fragt jetzt das Dudelhuhn.
„Er wollte damit einen Zoo eröffnen. Er hatte nämlich noch keinen, und Maikäfer waren am billigsten. Außerdem gab es in dieser Gegend keine Maikäfer. Die Leute kannten sie gar nicht und waren sehr neugierig auf diese Tiere. Später allerdings konnten sie sie nicht mehr sehen. Sie hatten plötzlich die Nase voll davon, verstehen sie? Die Maikäfer hatten sich nämlich stark vermehrt. Und sie waren auch leider nicht im Zoo geblieben Auf allen Bäumen saßen sie herum und fraßen.“
Simon & Desi Ruge: Katze Mit Hut
„Jetzt haben wir Findelkinder“, sagt sie, nachmittags beim Kartenspiel, „jetzt fehlen uns noch Sonderlinge. Die würden auch gut ins Haus passen. Es gibt eine Menge davon auf der Welt, und sie haben es alle nötig, dass man sich um sie kümmert.“
Das Dudelhuhn spielt gerade Karo-As aus. Mit dem Schnabel. „Was sind das eigentlich, Sonderlinge?“ fragt es gleich anschließend.
„Das sind Leute“, antwortet die Katze, „die sind ein bisschen anders als die übrigen. Irgendwie... ein bisschen verschroben, verstehst du? Jedenfalls kommt das den übrigen Leuten so vor. Und so was mögen die übrigen Leute nicht. Deshalb haben die Sonderlinge auch immer soviel Schwierigkeiten auf der Welt. Zum Beispiel haben die meisten von ihnen nicht das Zuhause, das ein Sonderling braucht. Er braucht ein sonderliches Zuhause. Aber wo findet er das? Wenn es ein reicher Sonderling ist, kann er sich so ein Zuhause kaufen, etwas abseits von den übrigen Leuten natürlich. Aber was machen die anderen Sonderlinge? Die laufen herum in der Welt und suchen. So lange, bis sie einen Ort gefunden haben, wo sie hinpassen.“
„Dann bin ich kein Sonderling“, sagt das Dudelhuhn, „Ein Huhn passt eigentlich überall hin. Wer Eier legt, ist immer beliebt bei den Leuten. Obwohl es einem natürlich an einigen Orten besser gefällt als an anderen.“
Kapitän Knaak spielt jetzt den Herz-König aus und hat gewonnen. „Ja ja“, sagt er und lehnt sich im Stuhl zurück. „Das stimmt. Sonderlinge trifft man eine Menge, wenn man die Augen offen hält. Zu der Zeit, als ich noch Schiffsjunge war, hatten mal einen Sonderling als Kapitän. Das waren ulkige Reisen, sag´ ich euch! Eines Tages hatte er Maikäfer geladen. Ein ganzes Schiff voller lebender Maikäfer! Stellen sie sich das vor! So eine Fracht kann nur ein Sonderling annehmen. Ein Zoodirektor hatte die Maikäfer bestellt. In Übersee. Das war natürlich auch ein Sonderling.
„Maikäfer?“ fragt die Katze verwundert. „Auf einem Schiff? Ob sie sich da nicht irren, Kapitän? Ich meine... man behält ja nicht immer alles richtig im Gedächtnis.“
„Aber ich seh´ es noch vor mir“, sagt Kapitän Knaak, „als ob es gestern gewesen wäre. Die Maikäfer schliefen natürlich alle während der Überfahrt. Man hatte ihnen ein Schlafmittel gegeben, damit sie ncht lästig fallen. Auf diese Weise hatten wir nur mit denen Ärger, die zu früh aufwachten.
Aber das Schönste wissen sie noch gar nicht!
Der Kapitän hatte insgeheim eine fürchterliche Abneigung gegen krabbelnde Maikäfer! Als die ersten aufwachten, flüchtete er auf ein Brett oben am Schornstein. Da saß er Tag und Nacht, und so konnten wir die aufgewachten Maikäfer inzwischen in die Kapitänskabine sperren. Es wurden allerdings täglich mehr. Wir mussten machen, dass wir in den Hafen kamen!“
„Und was wollte der Zoodirektor mit den Maikäfern?“ fragt jetzt das Dudelhuhn.
„Er wollte damit einen Zoo eröffnen. Er hatte nämlich noch keinen, und Maikäfer waren am billigsten. Außerdem gab es in dieser Gegend keine Maikäfer. Die Leute kannten sie gar nicht und waren sehr neugierig auf diese Tiere. Später allerdings konnten sie sie nicht mehr sehen. Sie hatten plötzlich die Nase voll davon, verstehen sie? Die Maikäfer hatten sich nämlich stark vermehrt. Und sie waren auch leider nicht im Zoo geblieben Auf allen Bäumen saßen sie herum und fraßen.“
Simon & Desi Ruge: Katze Mit Hut
