"Top, die Wette... GILT!"
Es fing eigentlich mit Baden an. Mir war das Badewasser immer zu heiß. Ich habe irgendwie niemals verstanden, warum das so heiß sein musste und ich beschwerte mich, weil ich das Gefühl hatte, mir beim Einsteigen die Füße zu verbrennen. Ob mit oder ohne Schaum entschieden wir zufällig, das kam auch darauf an, mit welchen Sachen ich in der Wanne spielen wollte. Die Playmobilschiffe konnten den Schaum als Eisschollen durchbrechen, die Seelöwen konnten darauf wohnen und durch das Eis in den Ozean durchbrechen. Vermutlich hatten wir mehr Spielsachen, die für die Badewanne geeignet waren, als andere Kinder, obwohl ich da keinen richtigen Vergleich habe.
Sebe konnte früher tauchen als ich. Er konnte auch länger die Luft anhalten und hatte keine erkennbare Angst davor, sich die Haare waschen zu lassen, was mich faszinierte.
Vor der Badewanne stand auf dem weißen Baststuhl mein Plastikteller, in verschieden große Fächer unterteilt, und darauf waren in kleine Häppchen geschnittene Schwarz- und Feinbrotscheiben mit Salami oder Teewurst drapiert, es gab einen Fruchtzwerg, diese hellen Gurkenhappen und irgendwie ein Maoam als Nachtisch. Oder so. Ich mochte übrigens nur die Erdbeerfruchtzwerge. Die anderen Sorten hat Sebe gegessen.
Und dann wurden die Finger schrumpelig und nachdem auch die Haare nach Shampoo dufteten, schlüpfte ich aus der Wanne, in ein Handtuch, direkt weiter in einen Bademantel und dann - Dann machten Sebe und ich ein Wettrennen: Wer konnte schneller in sein Zimmer laufen, den Schlafanzug anziehen und zum Zähne putzen (mit Blendi) ins Badezimmer zurück laufen? Mein Schlafanzug war hellblau und hatte ein Bild von Fix und Foxi auf der Brust. Ich war im Vorteil, weil mein Zimmer im selben Stockwerk wie die Badewanne war, Sebe musste die Treppe hoch und wieder herunter - aber dafür war er ja auch älter.
Die Haare zu föhnen war auch super, da machte man sich coole Frisuren indem man den Fön einfach eine Minute lang unter die Stirn nach oben hielt, wodurch die Haare über der Stirn dann wie nach einem Coiffeurbesuch zementiert nach oben ragten.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass Sebe und ich vor dem Kamin saßen und mit zwei Autos aus Lego gespielt haben. Es waren zwei gleiche Autos, im Stiefel am 6. Dezember gefunden, eines für ihn, eines für mich. Aus den wenigen Teilen bauten wir immer neue Konstruktionen, es gab zwei Achsen mit Reifen aus Gummi, zwei Schläuche, einen Sitz und normale längliche Teile als Stoßstange, und vielleicht auch Scheinwerfer, daran erinnere ich mich nicht genau. Ich baute dieses Ding mindestens hundert Mal um und jedes Mal wusste ich noch genau, wie das Auto so zusammengesetzt werden musste, damit es dem Bild auf der Verpackung und der Gebrauchsanweisung entsprach.
Das Feuer im Kamin war immer total spektakulär, ich weiß noch, wie ich in den Flur marschierte und aus den kleinen Zetteln, die beim Telefon lagen, Miniaturpapierflugzeuge gebaut habe und sie unter Imitation von Maschinenengewehrfeuer in das offene Feuer fliegen ließ. Die Flugzeuge, die nicht sofort in Flammen aufgingen und vorne am Rost oder zu weit seitlich landeten, schnappte ich mir mit der ebenfalls absolut spektakulären Kaminbesteckzange und stopfte sie in die Glut. In der Glut, das weiß man schon ganz früh, da ist es am heißesten! So heiß wie die Sonne! Und wenn jemand fragte, der keinen Kamin besaß, dann musste man übertreiben und sagen: Ungefähr so heiß, wie im Kern der Sonne! Ich schätze, Carsten glaubte mir das damals.
Ich hatte zwar nur meinen Schlafanzug an, aber das Feuer war mehr als warm genug. Mit dem Auto spielte ich solange, bis im ZDF die Eurovisionshymne ertönte. Ich setzte / legte mich immer auf den Fußboden direkt vor dem Sofa, auf dem Mama lag und das für Wetten, dass? (Damals hieß es noch Wetten, daß?) grundsätzlich zum Fernseher gedreht wurde. Es war ein schönes Gefühl, denn ich wusste aus Erfahrung, dass Thomas Gottschalk die Sendung IMMER überzog, was natürlich bedeutete, dass ich länger wach bleiben durfte. Mir erschien die Ausstrahlung von Wetten, dass? immer wunderbar lang. Es kam immer noch eine Wette und noch ein Gast und... Und heute fällt mir auf, dass die Wetteinsätze der Prominenten auf Gottschalk’s Halbkreiscouch damals noch ehrenhaft waren. Es wurde Geld gespendet, kranken Kindern geholfen und die Umwelt geschützt. Irgendwann wurden daraus dann belustigende, peinliche und nutzlose Spielchen, es wurde Karaoke gesungen und Paul Hogan hat Thomas Gottschalk mit der Peitsche die Zigarre im Mund ausgeknallt.
Als Wetten, dass? zu Ende war, Thomas die prächtigen Blumensträuße verteilte und die Musik einsetzte, war es spät und ich musste hinauf in mein Zimmer. Nach Wetten, dass? gab es "Aktenzeichen XY ungelöst" mit Eduard Zimmermann - vor dieser Sendung hatte ich ohnehin Angst, also war das schon in Ordnung so.
Und als Nachtlicht wollte ich immer den kleinen blauen Globus haben.
Ohne Nachtlicht ging gar nichts. Nachtlicht und ab und zu die Decke wenden,
falls es zu warm ist um man schwitzt.
Übrigens, wenn ich mich nicht irre,
dann ist bei Wetten, dass? immer
noch der gleiche Simultandolmetscher
wie damals, oder?
Sebe konnte früher tauchen als ich. Er konnte auch länger die Luft anhalten und hatte keine erkennbare Angst davor, sich die Haare waschen zu lassen, was mich faszinierte.
Vor der Badewanne stand auf dem weißen Baststuhl mein Plastikteller, in verschieden große Fächer unterteilt, und darauf waren in kleine Häppchen geschnittene Schwarz- und Feinbrotscheiben mit Salami oder Teewurst drapiert, es gab einen Fruchtzwerg, diese hellen Gurkenhappen und irgendwie ein Maoam als Nachtisch. Oder so. Ich mochte übrigens nur die Erdbeerfruchtzwerge. Die anderen Sorten hat Sebe gegessen.
Und dann wurden die Finger schrumpelig und nachdem auch die Haare nach Shampoo dufteten, schlüpfte ich aus der Wanne, in ein Handtuch, direkt weiter in einen Bademantel und dann - Dann machten Sebe und ich ein Wettrennen: Wer konnte schneller in sein Zimmer laufen, den Schlafanzug anziehen und zum Zähne putzen (mit Blendi) ins Badezimmer zurück laufen? Mein Schlafanzug war hellblau und hatte ein Bild von Fix und Foxi auf der Brust. Ich war im Vorteil, weil mein Zimmer im selben Stockwerk wie die Badewanne war, Sebe musste die Treppe hoch und wieder herunter - aber dafür war er ja auch älter.
Die Haare zu föhnen war auch super, da machte man sich coole Frisuren indem man den Fön einfach eine Minute lang unter die Stirn nach oben hielt, wodurch die Haare über der Stirn dann wie nach einem Coiffeurbesuch zementiert nach oben ragten.
Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass Sebe und ich vor dem Kamin saßen und mit zwei Autos aus Lego gespielt haben. Es waren zwei gleiche Autos, im Stiefel am 6. Dezember gefunden, eines für ihn, eines für mich. Aus den wenigen Teilen bauten wir immer neue Konstruktionen, es gab zwei Achsen mit Reifen aus Gummi, zwei Schläuche, einen Sitz und normale längliche Teile als Stoßstange, und vielleicht auch Scheinwerfer, daran erinnere ich mich nicht genau. Ich baute dieses Ding mindestens hundert Mal um und jedes Mal wusste ich noch genau, wie das Auto so zusammengesetzt werden musste, damit es dem Bild auf der Verpackung und der Gebrauchsanweisung entsprach.
Das Feuer im Kamin war immer total spektakulär, ich weiß noch, wie ich in den Flur marschierte und aus den kleinen Zetteln, die beim Telefon lagen, Miniaturpapierflugzeuge gebaut habe und sie unter Imitation von Maschinenengewehrfeuer in das offene Feuer fliegen ließ. Die Flugzeuge, die nicht sofort in Flammen aufgingen und vorne am Rost oder zu weit seitlich landeten, schnappte ich mir mit der ebenfalls absolut spektakulären Kaminbesteckzange und stopfte sie in die Glut. In der Glut, das weiß man schon ganz früh, da ist es am heißesten! So heiß wie die Sonne! Und wenn jemand fragte, der keinen Kamin besaß, dann musste man übertreiben und sagen: Ungefähr so heiß, wie im Kern der Sonne! Ich schätze, Carsten glaubte mir das damals.
Ich hatte zwar nur meinen Schlafanzug an, aber das Feuer war mehr als warm genug. Mit dem Auto spielte ich solange, bis im ZDF die Eurovisionshymne ertönte. Ich setzte / legte mich immer auf den Fußboden direkt vor dem Sofa, auf dem Mama lag und das für Wetten, dass? (Damals hieß es noch Wetten, daß?) grundsätzlich zum Fernseher gedreht wurde. Es war ein schönes Gefühl, denn ich wusste aus Erfahrung, dass Thomas Gottschalk die Sendung IMMER überzog, was natürlich bedeutete, dass ich länger wach bleiben durfte. Mir erschien die Ausstrahlung von Wetten, dass? immer wunderbar lang. Es kam immer noch eine Wette und noch ein Gast und... Und heute fällt mir auf, dass die Wetteinsätze der Prominenten auf Gottschalk’s Halbkreiscouch damals noch ehrenhaft waren. Es wurde Geld gespendet, kranken Kindern geholfen und die Umwelt geschützt. Irgendwann wurden daraus dann belustigende, peinliche und nutzlose Spielchen, es wurde Karaoke gesungen und Paul Hogan hat Thomas Gottschalk mit der Peitsche die Zigarre im Mund ausgeknallt.
Als Wetten, dass? zu Ende war, Thomas die prächtigen Blumensträuße verteilte und die Musik einsetzte, war es spät und ich musste hinauf in mein Zimmer. Nach Wetten, dass? gab es "Aktenzeichen XY ungelöst" mit Eduard Zimmermann - vor dieser Sendung hatte ich ohnehin Angst, also war das schon in Ordnung so.
Und als Nachtlicht wollte ich immer den kleinen blauen Globus haben.
Ohne Nachtlicht ging gar nichts. Nachtlicht und ab und zu die Decke wenden,
falls es zu warm ist um man schwitzt.
Übrigens, wenn ich mich nicht irre,
dann ist bei Wetten, dass? immer
noch der gleiche Simultandolmetscher
wie damals, oder?

( https://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,2125715,00.html )
Schön auch:
https://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/23/0,4070,3893687-6,00.html