Steyerberg 1.1
Vor 19 Jahren wurde der gemeinnützige Verein Lebensgarten e.V. gegründet. Die Reihenhaussiedlung, in der die Leute leben, wurde 1938 für Arbeiterinnen in der Rüstungsindustrie gebaut und liegt bei dem Dorf Steyerberg in Niedersachsen. 1983 kaufte der Berliner Kaufmann Christian Benzin das ca. 4 Hektar große Gelände und gründete mit anderen Menschen eine Gemeinschaft. Seit 1985 leben dort Menschen, die einen Lebenszusammenhang wollen, der geprägt ist von gegenseitiger Achtung, Toleranz und Liebe, der es den Menschen ermöglicht, sich in jedem Aspekt ihres sozialen, spirituellen und alltäglichen Lebens kreativ zu entfalten. Ebenso wichtig ist die Kooperation mit der Natur und die Ökologie im Alltag. Inzwischen gehören 70 Erwachsene und 40 Kinder zu dem Projekt, die auf ihre individuelle Weise diese Ziele leben. Jede/r ist wirtschaftlich für sich selbst verantwortlich.
Soviel erstmal dazu. Ich würde verstehen, wenn das dem Ein oder Anderen jetzt eine Nummer zu schräg klingt - mehr nach einem Film mit Sam Neil oder einer fernen Zukunftsvision von Richard Attenborough - aber Wolfgang entschied trotzdem, ein Wochenendseminar zu veranstalten, das sich mit der Sprache der Vögel beschäftigt. Um hier etwas abzukürzen und mit Sicherheit entstehender Verwirrung vorzubeugen:
Es begab sich also, dass der Fanta und die Jägerin im Lupo zum Lebensgarten reisten und am Seminar teilnahmen. Ein Beispiel für die Sprache der Vögel ist dieses hier:
Wenn ein Mensch lustig durch den Wald läuft und den breiten Waldweg verlässt, dann scheucht er jede Menge kleiner Motten und anderer Insekten auf, die tagsüber an der Unterseite der Blätter sitzen und ruhen. Diese flattern natürlich auf und brauchen eine Weile, um sich einen neuen Schlafplatz zu suchen, krabbeln und hüpfen umher - und verraten sich dadurch. Die kleinen Vögelchen wissen, dass der Mensch die Insekten aufscheucht und folgen uns deshalb, immer in sicherer Entfernung natürlich. Was also geschieht ist Folgendes: Die Vögel sind ob dieses leicht zu findenden Buffets aus dem Häuschen und verständigen sich mit bestimmten Rufen untereinander um sich sozusagen Bescheid zu geben, dass das Futter serviert ist.
Nun hat aber der Onkel Habicht natürlich auch bemerkt, dass der Mensch den Wald betreten hat. Und da er auch nicht erst seit gestern im Wald wohnt, weiß er, dass die Vögelchen hinter dem Menschen umherflitzen um die aufgescheuchten Insekten zu jagen - und nutzt das einfach mal aus. Er folgt dem Menschen, weil er weiß, und zwar ganz genau weiß, dass dieser seine Beute aus dem Unterholz lockt. Der Mensch sieht den Habicht natürlich nicht, dennoch ist er da und wird mit Sicherheit versuchen, in unserer „Welle“ der Verwirrung im Wald seinerseits zum Zug zu kommen. Ein Selbstgänger ist die Jagd für den Habicht nicht, denn andere Vögel bemerken ihn und schlagen Alarm, den, abgesehen vom Menschen, jeder im Wald unmissverständlich deuten kann. Jeder kennt die Position des Anderen.
Man könnte also sagen: Da herrscht eine Mörder-Aufregung.
Und wenn 50 Leute im Lebensgarten für drei Stunden stumm im Wald sitzen und sich hinterher zusammensetzen um Karten zu zeichnen, Vogelstimmen zu imitieren und Zusammenhänge zwischen Zaunkönig-Alarmrufen und der Flucht der kleinen Hasenkinderchen zu erörtern, dann nennt man das ein Vogelsprachenseminar. Sollte allerdings jemand denken, Fanta kann jetzt den Rotmilan anlocken, mit der Stockente reden und den Storch nach dem Wetter im Süden fragen, der irrt, denn das kann nur Jon. Zu ihm und den Füchsen auf seiner Veranda aber später mehr.
Soviel erstmal dazu. Ich würde verstehen, wenn das dem Ein oder Anderen jetzt eine Nummer zu schräg klingt - mehr nach einem Film mit Sam Neil oder einer fernen Zukunftsvision von Richard Attenborough - aber Wolfgang entschied trotzdem, ein Wochenendseminar zu veranstalten, das sich mit der Sprache der Vögel beschäftigt. Um hier etwas abzukürzen und mit Sicherheit entstehender Verwirrung vorzubeugen:Es begab sich also, dass der Fanta und die Jägerin im Lupo zum Lebensgarten reisten und am Seminar teilnahmen. Ein Beispiel für die Sprache der Vögel ist dieses hier:
Wenn ein Mensch lustig durch den Wald läuft und den breiten Waldweg verlässt, dann scheucht er jede Menge kleiner Motten und anderer Insekten auf, die tagsüber an der Unterseite der Blätter sitzen und ruhen. Diese flattern natürlich auf und brauchen eine Weile, um sich einen neuen Schlafplatz zu suchen, krabbeln und hüpfen umher - und verraten sich dadurch. Die kleinen Vögelchen wissen, dass der Mensch die Insekten aufscheucht und folgen uns deshalb, immer in sicherer Entfernung natürlich. Was also geschieht ist Folgendes: Die Vögel sind ob dieses leicht zu findenden Buffets aus dem Häuschen und verständigen sich mit bestimmten Rufen untereinander um sich sozusagen Bescheid zu geben, dass das Futter serviert ist.
Nun hat aber der Onkel Habicht natürlich auch bemerkt, dass der Mensch den Wald betreten hat. Und da er auch nicht erst seit gestern im Wald wohnt, weiß er, dass die Vögelchen hinter dem Menschen umherflitzen um die aufgescheuchten Insekten zu jagen - und nutzt das einfach mal aus. Er folgt dem Menschen, weil er weiß, und zwar ganz genau weiß, dass dieser seine Beute aus dem Unterholz lockt. Der Mensch sieht den Habicht natürlich nicht, dennoch ist er da und wird mit Sicherheit versuchen, in unserer „Welle“ der Verwirrung im Wald seinerseits zum Zug zu kommen. Ein Selbstgänger ist die Jagd für den Habicht nicht, denn andere Vögel bemerken ihn und schlagen Alarm, den, abgesehen vom Menschen, jeder im Wald unmissverständlich deuten kann. Jeder kennt die Position des Anderen.
Man könnte also sagen: Da herrscht eine Mörder-Aufregung.
Und wenn 50 Leute im Lebensgarten für drei Stunden stumm im Wald sitzen und sich hinterher zusammensetzen um Karten zu zeichnen, Vogelstimmen zu imitieren und Zusammenhänge zwischen Zaunkönig-Alarmrufen und der Flucht der kleinen Hasenkinderchen zu erörtern, dann nennt man das ein Vogelsprachenseminar. Sollte allerdings jemand denken, Fanta kann jetzt den Rotmilan anlocken, mit der Stockente reden und den Storch nach dem Wetter im Süden fragen, der irrt, denn das kann nur Jon. Zu ihm und den Füchsen auf seiner Veranda aber später mehr.
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